Donnerstag , 19 Oktober 2017

Napster lebt?

Kaum ist das Grab von Napster zugeschüttet, gibt die Mutter aller Musiktauschbörsen schon wieder Lebenszeichen von sich. Roxio, Inhaber der Patent- und Markenrechte von Napster, will noch in diesem Jahr einen kostenpflichtigen Musik-Download-Sevice starten, der auch Spaß machen soll. Totgesagte leben eben länger.
 


Der Softwarehersteller Roxio will bis Jahresende einen kostenpflichtigen Musik-Downloadservice starten. Im Rahmen der Präsentation der neuen "Easy CD und DVD Creator"-Software in New York gab Roxio-Finanzchef Elliot Carpenter bekannt, dass zurzeit an einem derartigen Service gemeinsam mit Napster-Gründer Shawn Fanning als Berater gearbeitet werde, berichtet der Nachrichtensender CNN. Der Launch eines Online-Musikservices durch Roxio käme einer Wiederauferstehung von Napster gleich. Die Softwarefirma hat im November vergangenen Jahres die Mutter aller Peer-to-Peer-Tauschbörsen für 5,3 Mio. Dollar und 100.000 Optionsscheine gekauft. "Napster ist eine großartige Marke mit hohem Wiedererkennungswert", so Carpenter. Allerdings müsse ein Downloadservice einfach sein und Spaß machen. Zudem müsse ein breites Spektrum an Musik zu einem günstigen Preis angeboten werden. An diesen Herausforderungen werde zurzeit gemeinsam mit Fanning gebastelt, bis Jahresende erwartet Carpenter Resultate. Wenn der Online-Musikservice von Roxio kommerziell erfolgreich sein soll, muss das Unternehmen jedoch Verträge mit allen fünf großen Musiklabels abschließen. Bisher hat Roxio nur einen derartigen Vertrag mit EMI. Aber auch dann wird es schwierig werden. Michael Kim, Analyst für digitale Medien bei Roth Capital Partners bezweifelt, dass bereits bestehende Services wie z.B. Rhapsody von Listen.com schon profitabel sind. Mehr als drei Viertel des Umsatzes von Roxio kommt laut CNN aus dem Handel mit Softwareprodukten, vor allem Brenner-Software für CD und DVD. Die Gewinnmargen in diesem Bereich werden aber kleiner, neue Geschäftsfelder seien daher gefragt. Im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres, das Ende März 2003 endet, kam das Unternehmen auf einen Umsatz von 26,4 Mio. Dollar und einen Nettoverlust von 7,4 Mio. Dollar. Im Vorjahreszeitraum wurde noch ein Nettogewinn von 3,4 Mio. Dollar erwirtschaftet. Im laufenden vierten Quartal erwartet das Unternehmen einen Umsatz von 32 Mio. Dollar und eine Rückkehr in die Gewinnzone.

 
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