Freitag , 29 August 2014

Weltraum muss geputzt werden

Der Weltall hat dringend eine Säuberung nötig, da sonst unsere Satelitten im Weltall in Gefahr sind. Laut der TU Braunschweig ist bereits heute eine Unmenge an Müll im Weltall am herumschweben, welcher dringend beseitig werden sollte. Das Thema Weltraummüll soll am 27. Februar bei den Vereinten Nationen zur Sprache kommen.

Die unermesslichen Weiten des Alls beherbergen auch eine unermessliche Anzahl an Schrott. Kümmert man sich nicht bald um die schwerelose Müllhalde, könnte dies negative Konsequenzen für die Raumfahrt haben. Schätzungsweise 330 Mio. vom Menschen geschaffene Objekte kreisen um die Erde, ohne eine Funktion zu erfüllen. Ein Großteil dieses Weltraummülls sind ausgediente Satelliten bzw. Bauteile, die bei operationellen Vorgängen freigesetzt wurden, Schlacke und Staub von Feststofftriebwerken und Fragmente von Explosionen. Weltraummüllobjekte mit einer Größe von nur einem Millimeter können bereits einen Satelliten beschädigen, ein Objekt von einem Zentimeter Größe setzt im Falle einer Kollision die Energie einer Handgranate frei. "Der meiste Müll befindet sich auf niedrigen Umlaufbahnen in 900 bis 1000 km Höhe", erklärt Carsten Wiedemann vom Institut für Luft- und Raumfahrtsysteme der TU Braunschweig http://www.ilr.ing.tu-bs.de im Gespräch mit pressetext. "Das ist die Höhe, die vor allem für die Erdbeobachtung genutzt wird."

Mit dem europäischen Projekt "Master", an dem die Forscher der TU Braunschweig mitgearbeitet haben, kann man das Risiko der Kollision von Weltraummüll mit Satelliten berechnen. Dazu haben die Forscher alle Ereignisse, bei denen Weltraummüll entstanden ist, akribisch aufgezeichnet und können so vorhersagen, wo sich der Müll gerade befindet. Die NASA hat nun die Software "Legend" entwickelt, mit der sich die Bewegungen des Weltraumschrotts für die nächsten 200 Jahre vorhersagen lassen. Nach den Berechnungen der US-Forscher wäre die Situation im All bis 2055 stabil, wenn ab sofort keinerlei Objekte mehr in den Weltraum geschickt würden. Doch selbst bei dieser utopischen Annahme sieht die Zeit nach 2055 schlecht aus: Dann kollidiert der Weltraummüll miteinander und setzt dadurch noch weiteren Schrott frei. Im Extremfall könnte dies dazu führen, dass keine Satelliten mehr in diese Umlaufbahn geschickt werden können.

"Wir müssen unbedingt vermeiden, dass noch weiterer Müll im All produziert wird", meint Wiedemann. "Vor allem Explosionen müssen in Zukunft vermieden werden." Zu solchen Explosionen kommt es, wenn sich die Resttreibstoffe eines ausgedienten Satelliten selbst entzünden oder die Batterien platzen, so der Braunschweiger Wissenschaftler. Seit etwa zehn Jahren sei man sich des Problems mit dem Weltraummüll schon bewusst. Konkrete Maßnahmen würden aber nur langsam umgesetzt. Dabei gibt es durchaus Möglichkeiten, den Weltraummüll zu verringern. "Ein Satellit lebt im Durchschnitt sieben Jahre", berichtet Wiedemann. "Nach Ablauf dieser Zeit kann man den restlichen Treibstoff dazu nutzen, den Satelliten zu bremsen. Dadurch verlässt er seine Umlaufbahn und verglüht letztendlich beim Eintreten in die Erdatmosphäre." Den Müll zu beseitigen, der jetzt bereits führerlos im All herumschwebt, sei dagegen sehr schwierig und kostspielig. Am 27. Februar will der Amerikaner Nicholas Johnson, der bei der Entwicklung von "Legend" beteiligt war, das Problem Weltraummüll bei den Vereinten Nationen in Wien zur Sprache bringen.

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TU Braunschweig

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