Donnerstag , 19 Oktober 2017

Urban Freestyle Soccer

Fussballspiele werden immer realistischer, genauer und vollgestopfter mit Statistiken und Vereinen. "Back to the Roots" hat sich Acclaim gesagt und veröffentlicht mit Urban Freestyle Soccer ein Game, wo die coole Kicker-Action im Vordergrund steht. 

Schauen wir uns doch ein Fussball-Spiel einmal genauer an: 90 Minuten, davon vielleicht 15 wirklich spektakulär. Wer von Fussball wenig versteht oder kein Interesse zeigt, kann dies meist einfach damit begründen, dass 80% der Zeit nichts Interessantes passiert. Wir wollen mehr Action! Grätschen, spektakuläre Tore, Fallrückzieher und Rempler! Wie so ein Spiel auszusehen hat, macht uns Acclaim vor. Urban Freestyle Soccer spielt nicht auf poppeligen Kunsträsen, sondern in verkommenen Hinterhöfen. Die Akteure sind nicht irgendwelche teuer lizenzierten Vielverdiener, sondern unbekannte Cracks von der Strasse. Und im Mittelpunkt steht eins: Action!

Her mit dem Ball du Pfeife!

Urban Freestyle Soccer ist eine Arcade-Alternative für die zuhauf vorhandenen Fussballsimulationen. Gespielt wird in lockeren Dreier-Teams (plus Torwart) in Hinterhöfen, Hallen oder urbanen Sportplätzen. Dementsprechend undiszipliniert treten die Spieler auf. Nebst unkonventioneller Kleidung und versprayten Wänden lässt auch die Fairness viele Zweifel aufkommen. Doch das gehört zur Natur der Street-Sportarten: Es ist alles erlaubt! Rempler, kleine Kicks und Grätschen sind völlig okay um einen Gegenspieler aus dem Verkehr zu ziehen. Tore gibt es auf den kleinen Feldern natürlich um ein Vielfaches mehr als auf den grossen Rasenplätzen. Je spektakulärer ein Tor, desto mehr Punkte landen auf dem Konto des Gamers. Die Punkte führen dazu, dass sich eine Leiste aufbaut, die bei voller Punktzahl einen Netzkiller-Move erlaubt – sprich eine Bewegung, deren Resultat fast immer mit einem Tor endet. Überhaupt spielt sich Urban Freestyle Soccer viel schneller und actionreicher als “normales” Fussball. Da häufig Wände das Feld begrenzen, darf den Ball auch via Wand passen oder sogar selbst die Mauer zum Vorführen eines aktrobatischen Sprunges nützen. In den Hinterhöfen zählt nicht nur gutes Spielen, auch das Image einer Mannschaft und deren Aggressivität kann einen vorwärts bringen.

Trash-Talk

Um die Steuerung kennenzulernen gibt es verschiedene Spielmodi wie etwa Schnellstart, Training, Freestyle, Duell oder Street Challenge. Je nach Modus spielt man mit einem frei wählbaren Team nur einen Match oder betreut eine Mannschaft über eine längere Zeit. Dazu gehört auch das Aufbauen seiner Jungs, damit sie in späteren wichtigen Partien nicht den Kürzeren ziehen.
Vor jedem Match haben die Entwickler schicke Filme eingebaut, welche die Einschüchterungsversuche der beiden Teams zeigen. Strassen-Attitüde pur – Fairness ist da eher klein geschrieben, beziehungsweise gar nicht vorhanden.
Die nachfolgenden Saltoschüsse und sonstigen spektakulären Aktionen werden hübsch dargestellt. Vor allem die Spielfelder vermögen zu überzeugen. Graffitis an den Wänden und aus Stangen zusammengebastelte Tore erzeugen das perfekte Bild eines urbanen Hinterhof-Spiels. Die Kameraführung ist zwar zu Beginn etwas verwirrend, mit der Zeit gewöhnt man sich jedoch daran. Ein Wehrmutstropfen ist die mangelnde Qualität der Animationen. Obwohl die Super- und Netzkillermoves schön und flüssig ablaufen, hätte man sich hier etwas mehr erhofft. Das normale Rennen eines Spielers sieht irgendie hölzern und etwas ungelenkt aus – gerade bei nur drei Akteuren pro Mannschaft fällt das natürlich auf. Ist man jedoch erst im Spiel versunken, konzentriert man sich nicht mehr auf solche Details.

Die Musik ist sicherlich Geschmackssache, lässt sich aber zum Glück leiser stellen oder gar abschalten. Kommentatoren gibt es sinnvollerweise nicht, die Spieler haben aber die Angewohnheit, ab und zu selbst ein paar ein paar beleidigende Worte zu verlieren. Auch Zuschauer sind nur wenige vorhanden, weshalb man sich die Mühe um Stimmungsgebrüll und Fanchöre gar nicht erst machen musste.

Fazit:

Die verschiedenen Modi, 50 Spielertypen und abwechslungsreichen Kleidungen sowie die markante Arcadelastigkeit machen aus Urban Freestyle Soccer eine ernsthafte Alternative zu normalen Fussballspielen. Im Gegensatz zur durchschnittlichen Rasenaction stehen Volleys, Balljonglieren und Rempler hier im Vordergrund. Was fehlt sind taktische Möglichkeiten, die aber auf so kleinen Feldern ohnehin begrenzt sind.
Urban Freestyle Soccer ist auf jeden Fall ein typisches Playstation-Spiel. Schnell, actionreich und mit viel, viel eigenem Styl. Zudem lässt einen vor allem der lustige Mehrspielermodus (bis zu vier Gamer) auch über kleinere Patzer in der Technik-Ecke hinwegsehen. Empfehlenswert!

Spielspass: 84 %
Technik: 70 %
Multiplayer: 90 %

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