Freitag , 20 Oktober 2017

Source-Code geklaut

Unbekannte haben mit Trojanern und Keyloggern den Source-Code des schon jetzt gehypten Halflife 2 gestohlen. Der Code der Grafikengine ist eines der bestgehütetsten Geheimnisse der Softwareschmiede Valve.  

Das Forum von halflife2.net diente dem Verantwortlichen von Valve als Medium. Er teilte der Fan-Gemeinde mit, dass der ganze Source-Code (ausser der Texturen und Grafiken) geklaut worden sei.

Nachdem man am 11. September 2003 erste Hinweise auf komische Serveraktivitäten erhielt, suchte man nach Viren oder Trojanern, jedoch ohne Erfolg. Die Festplatten wurden formatiert. In der folgenden Woche soll es dann eigenartige Aktivitäten auf dem Webmail-Account von Gabe Newell von Valve gegeben haben, am 19. September 2003 schließlich sei das komplette Half-Life-2-Quellcode-Verzeichnis kopiert worden.

Im Nachhinein fanden sich auf einigen Rechnern von Valve Keyboard-Logger (versteckte Software, die Tastendrücke aufzeichnet und weiterleitet), die sich laut Newell über einen Pufferüberlauf im Vorschau-Fenster des als eher unsicher geltenden E-Mail-Programms Microsoft Outlook eingeschlichen haben könnten. Bei dem Tastatur-Aufzeichner handelte es sich um eine veränderte Version von RemoteAnywhere, die keinem Virenscanner bekannt sein soll und demnach wohl speziell für ein Eindringen bei Valve geschaffen wurde, mutmaßt das Valve-Team. Im Laufe des vergangenen Jahres sei man auch schon Opfer von Denial-of-Service-Attacken gewesen, die gegen die eigenen Webserver und den Download-Dienst Steam gerichtet waren.

Die Valve-Programmierer haben nun die bereits riesige Fangemeinde um Hilfe gebeten – wer irgendwas über die Hackerattacken weiss, soll sich bitte melden.

Der Code der Grafikengine ist ein sehr gut behütetes Geheimnis. Zwar wird niemand mit der geklauten Engine ein Spiel produzieren können, da dies ja klar erkenntlich wäre. Aber sämtliche Geheimnisse der hochstehenden Software-Technologie sind nun für andere Programmierer einsehbar. Der Verlust wird sich für Valve also kaum finanziell, aber vom technischen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz her spürbar machen.

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