Freitag , 20 Oktober 2017

Nach easyjet kommt easymobile

Diskont-Mobilfunkanbieter wie easyMobile wirbeln den europäischen Markt gehörig auf. Hinter dem Unternehmen steht der griechische Unternehmer Stelios Haji-Ioannou, der von London aus bis dato bereits mehr ein Dutzend Start-ups unter der Dachmarke "easy" gelauncht hat. 

Neben der Billig-Airline “easyJet” reicht die Produktpalette des Griechen mittlerweile von Kreditkarten bis hin zum günstigen Kreuzfahrtschiff. Das neue easyMobil-Service wurde am 10. März in Großbritannien gelauncht. Das Ziel sind laut Business Week Online Kunden, die großen Wert auf ultra-billige Telefonanrufe und SMS-Versand legen. Preislich liegen die Telefontarife des Griechen auf den britischen Inseln oft weit unter der Konkurrenz. Vodafone und Orange sind drei Mal so teuer wie easyMobil.
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In Österreich gibt es seit dieser Woche ebenfalls einen Diskont-Anbieter. YESSS! setzt wie easyMobile auf ein minimalistisches Angebot mit Telefonie und SMS-Versand. Vertrieben werden die Produkte nur in Filialen des Lebensmittel-Diskonters Hofer. Das Unternehmen YESSS! ist eine hundertprozentige Tochter des Mobilfunkanbieters One. Das Ziel des Anbieters sind 250.000 Kunden in der Alpenrepublik bis Ende 2007.
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Die Preise eines Billiganbieters entstehen aufgrund des Fehlens bzw. des Nicht-Betreibens eines eigenen Netzes. EasyMobile least Kapazitäten von T-Mobile, das über die Wiederverwertung der eigenen Ressourcen sehr erfreut ist. Marketing und etwaige Geschäfte im Einzelhandel fehlen auch noch. Ein bestehendes Customer-Support-Center ist sehr klein gehalten. Der Mobilfunkbetreiber verkauft auch keine Handys. Zu kaufen gibt es nur eine in jedes Handy-Modell passende SIM-Karte um knapp 30 Euro auf der eigenen Website. Kunden können ihr Telefon-Konto dann auf der Website aufladen.
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Super-Discounter wie easyMobile stehen laut Business Week vor dem Durchbruch in Europa. Der dänische Anbieter Telmore, der bereits 18 Monate nach dem Start im Jahr 2000 Gewinne erzielte, beabsichtigt, in elf Staaten Dienste unter dem easyMobile Namen zu launchen. Bereits 2008 soll nach Angaben der dänischen Telekom-Marktforscher Strand Consult fast ein Fünftel des europäischen 130-Mrd.-Euro-Marktes in den Händen der Discounter sein.
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Dort wo die Handy-Discounter auftreten, fallen die Preise in den Keller, denn die Konkurrenz muss zwangsläufige die eigenen Tarife senken. So geschehen auch in Dänemark, wo nach dem Markteintritt von Telmore der Preiskampf unter der Konkurrenten die Tarife um bis zu 60 Prozent sinken ließ. Die großen Anbieter können diesen Preiskampf aufgrund der hohen Unkosten längerfristig jedoch nicht mithalten.
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Bei easyMobile kommt die Kultivierung eines David-gegen-Goliath-Images noch dazu. Die französische Telecom ging gegen den Billiganbieter aufgrund der Verwendung der Farbe Orange im easy-Mobile-Branding vor Gericht, obwohl jede Marke der “easy”-Gruppe seit dem Launch im Jahr 1995 dieselbe Farbe benützt. Die Folge war eine große Medienpräsenz und neue Kunden, die in Scharen die easyMobile-Website besuchten.

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