« MOH - Rising Sun (PS2)
Medal of Honor geht in eine neue Runde. In "Rising Sun" schiesst ihr auf japanische Kamikazeflieger, kämpft euch durch feuchte Dschungelgebiete und dürft im Mehrspielermodus gegen die Kollegen antreten. Satte Action mit historischem Hintergrund aus dem Fernen Osten!
Wie seine Vorgänger ist auch Rising Sun während des Zweiten Weltkriegs angesiedelt. Anstatt gegen die Nazis in Europa kämpft man jedoch hauptsächlich gegen die fernöstliche Achsenmacht - Japan.
Grandiose Atmosphäre
Der Spieler wird direkt beim Gamestart in eine brenzlige Situation hineinversetzt. Als US-Marine Joseph Griffin schiebt man eine vermeitlich ruhige Kugel an Bord eines Kampfschiffes. Urplötzlich brüllen die Sirenen los - ein Ernstfall! Der Kreuzer kippt in die Schieflage, überall Feuer und es gibt nur ein Ziel: Finde einen Ausweg auf das Deck! Diese Spielsequenz führt einen sehr dramatisch in Rising Sun ein. Zugleich dient sie als eine Art Tutorial, da man im Verlauf der Flucht aus dem Schiff die meisten Bewegungen und Aktionen kennenlernt. Einmal auf Deck angekommen, gilt es bereits die feindlichen Flieger zu bekämpfen. Danach kommt eine kurze Ballersequenz, in der man das Maschinengewehr eines Kanonenbootes bedient. Obwohl sich der Abschnitt nur auf pures Ballern beschränkt, passt er perfekt zur Stimmung und ist atmosphärisch auf hohem Niveau.
Dschungelschlachten
Nach dem ersten Level wird man durch kurze Originalfilmchen im stimmigen Schwarz-weiss über die historischen Ereignisse damals aufgeklärt. Danach geht es direkt ab in die nächste Mission. Aus der First-Person-Perspektive räumt man in den folgenden Levels mit gegnerischen Truppen auf, schleicht sich durch Dörfer und Höhlensysteme, ballert vom Rücken eines Elefanten auf die Feinde oder durchstöbert ein Hafengebiet Singapurs. In knapp zehn Missionen findet sich viel abwechslungsreiche Action, die ganz in der Tradition der Medal of Honor-Serie sehr linear aufgebaut ist. Ab und zu gibt es alternative Lösungswege oder eine Sackgasse führt zu einem Munitionsversteck; ansonsten sind die Missionsziele eigentlich immer klar und unumgänglich.
Neuerdings finden sich auch in den Levels Speicherpunkte, was das Spielen doch etwas angenehmer macht.
Bedepperte Gegner
Die feindlichen Truppen treten meistens vereinzelt oder in kleinen Gruppen auf, schiessen aus dem Hinterhalt oder gehen häufig hinter Büschen oder Trümmern in Deckung. Die künstliche Intelligenz lässt dennoch starke Zweifel übrig am Verhalten der Mannen. Oft rennen sie einem wie blind vor den Lauf, finden ihre Deckung nicht mehr und haben eine miese Trefferquote. Der Schwierigkeitsgrad ist aber trotzdem nicht von schlechten Eltern, da die Gegner im Dschungel oft schwer erkennbar sind und mehrere Treffer benötigen.
Zum Glück darf man die Missionen auch zu mit einem Kollegen im Splitscreen-Modus absolvieren, was den Spassfaktor gleich nochmals erhöht. An Multiplayer-Modi sind ausserdem noch Deathmatch und Teamdeathmatch vorhanden - nicht gerade sehr kreativ, aber immerhin. Lange Gesichter werden Xbox- und Gamecubebesitzer machen, denn Rising Sun bietet nur in der PS2-Versionen eine Online-Option.
Technisch macht der neuste MOH-Ableger eine rundum gute Figur. Zum Teil hapert es etwas an den Texturen und auch die Zwischensequenzen sind grafisch nicht gerade der Hammer. Durch die tolle Atmosphäre und stetige Action fallen solche Details aber sowieso nicht allzu stark auf. Zudem sind die Soundeffekte erste Sahne und auch musikalisch passt die Untermalung fast immer wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge.
Fazit:
Medal of Honor: Rising Sun ist ein atmosphärisch sehr dichtes Spiel, das keine grossen negativen Aspekte aufweisst. Aufgrund des linearen Aufbaus wird man jedoch nach der relativ kurzen Spieldauer das Pad beiseite legen. Während die neuen Speicherplätze wirklich nur zu begrüssen sind, hat sich die Grafik leider kaum gebessert - hier besteht noch Handlungsspielraum.
Spielspass: 82 %
Technik: 79 %
Multiplayer: 65 %
Artikeldatum
Donnerstag, den 29. Januar 2004 um 16:12 Uhr | Hits 2164 Channel Nicht alltäglich, futurebytes.ch
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