Samstag , 21 Oktober 2017

Ligier Be Up

Ein Papagei im AmselkäfigKinder wissen, was ein Auto braucht: vier Räder, zwei Scheinwerfer, ein Lenkrad, einen Fahrersitz. Das reicht. Der Ligier Be Up könnte nach einer Zeichnung aus dem Kindergarten entworfen worden sein – er scheint aus einer unschuldigen Welt zu stammen…. 

… die erwachsenen Automobilisten längst fremd geworden ist. In dieser Welt gibt es keine Aufpreislisten, keine Airbags, Ledersitze oder Navigationssysteme, kein Fünfganggetriebe, kein Radio, keine Klimaanlage. Der Ligier ist ein konsequenter Gegenentwurf zur technischen Hochrüstung der automobilen Welt. Im silbergrauen Einheitsbrei der Business-Limousinen wirkt er exotisch wie ein Papagei in einem Amselkäfig.

Dabei gibt es ihn tatsächlich. Die Technik stammt von der französischen Kleinstwagenschmiede Ligier, das kompromisslos schlichte Design schuf das Studio Giugiaro in Italien. Selten zuvor war Autofahren so einfach und so lustig. Schon die Türen sind zum Lachen: Sie bestehen aus nichts als einem gebogenen Rohr in Form eines liegenden D. Das Türschloss mit Schlüssel ist ein netter Designergag, der wohl an richtige Autos erinnern soll. Die Wirkung bleibt nicht aus: Beim Einsteigen lächelt man immer wieder vor sich hin.

Im Innern erfährt man, wie einfach Autofahren sein kann: Gang einlegen, Gas geben, bremsen – das ist alles, den Rest besorgt ein stufenloses Automatikgetriebe. Sorgenfrei beschleunigt man mit Vollgas bis zum Tempolimit ausserorts – der Ligier macht bei 85 km/h von selber Schluss. 19 PS genügen zum Leben, denn der Ligier ist viermal leichter als ein Golf: Mit passabler Beschleunigung zieht der Wagen von Ampeln weg und hält auf Landstrassen das erlaubte Höchsttempo auch noch bergauf. Die Maschine klingt dabei kernig, aber nie störend. Eine milde Brise Fahrtwind strömt allzeit durch den Wagen. Für nasse Tage ist Regenkleidung angebracht, um Fahrer und Beifahrer trocken zu halten. Regen kann dem offenen Innern des Ligiers nichts anhaben: Armaturenbrett und Fussboden, selbst die Sitze sind ist aus abwaschbarem Plastik.

Das Minimal-Mobil besteht nur aus einem Rohrrahmenkäfig, in den Motorhaube, Windschutzscheibe, Dach und Kofferraum eingeschraubt sind. Wer es noch offener mag, baut den Wagen in Minutenschnelle um – und braucht dazu nicht mehr Werkzeug als für ein Ikea-Regal: Ein Inbusschlüssel genügt, um die Schrauben zu lösen, und schon verwandelt sich der Be Up in ein Cabrio oder einen Mini-Pick-up. Der Rohrrahmenkäfig ist sicherheitstechnisch auf der Höhe der Zeit. Mehrere Crash-Tests bestand der Ligier mit Bravour. Der Kleine wird als Motorrad zugelassen – das geht auch mit Wechselschild. Er kann sowohl mit Auto- als auch mit Töff-Fahrausweis gefahren werden.

Ob mit oder ohne Dach – der Hinguck- Effekt des kleinen Flitzers ist ungeheuer. Passanten drehen sich um, Kinder winken dem Be Up fröhlich nach. Nur Lieferwagenfahrer und eilige Piloten von Geschäftslimousinen zeigen wenig Respekt. Sie vorbeizuwinken, fällt wirklich leicht: Wer möchte schon an einem heissen Sommertag in einem stickigen Geschäftswagen sitzen? (Quelle Facts)

Ligier Be Up:
Zweizylinder-Viertaktmotor
Hubraum: 505 cm3
Leistung: 19 PS bei 4200 U/min
Leergewicht: 335 kg
Höchstgeschwindigkeit: 85 km/h
Verbrauch (Werkangabe): 4,2 bis 5,0 Liter/100 km
Import: Tekmobil, rue M.-A. Calame 5, 2400 Le Locle, 032-931 7462

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