Sonntag , 22 Oktober 2017

Ladendiebstahl digital?

In Japan häufen sich Delikte, welche offiziell als "Digitale Ladendiebstähle" klassifiziert werden. Immmer mehr Kunden von Kiosken und Buchhandlungen fotografieren mit ihren im Handy eingebauten Kameras nur die Seiten, welche sie interessieren. 

Der japanische Magazinverlagsverband kündigte deswegen am Montag eine groß angelegte Kampagne gegen die Mobil-Kopierer an. Ab Dienstag soll auf 30.000 Plakaten in japanischen Geschäften dazu aufgerufen werden, “Informationsaufnahme per Kamera-Handy oder anderem technischen Gerät zu unterlassen”.

Der digitale Ladendiebstahl sei zu einem großen Problem geworden, sagt Kenji Takahashi von dem Verlagsverband. Er weist darauf hin, dass die rund 20.000 Buchhandlungen in Japan schon genug unter dem konventionellen Ladendiebstahl zu leiden hätten. Hunderte von ihnen müssten zudem jährlich wegen finanzieller Schwierigkeiten schließen.

Im technikverliebten Japan sind knapp 77 Millionen Handy-Verträge registriert. Jedes zweite der seit Anfang des Jahres ausgelieferten Mobiltelefone ist Schätzungen zufolge mit einer Kamera ausgestattet. “Das Problem ist, dass wir nicht unterscheiden können, ob der Kunde telefoniert oder fotografiert”, sagt eine Mitarbeiterin einer großen japanischen Buchhandelskette. Juristisch lassen sich die Foto-Kopierer aber nichts zu Schulden kommen: Das Copyright verbietet nur die Kopien für kommerziellen, nicht aber für privaten Gebrauch.

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