Freitag , 20 Oktober 2017

Kooperation mit dem Print-Magazin netzwoche

futurebytes.ch geht eine Kooperation mit dem Print-Magazin netzwoche ein und liefert monatlich einen ganzseitigen Artikel über News und Trends an die netzwoche. Der erste Artikel erscheint in der neusten Ausgabe der netzwoche diesen Mittwoch, welche es an jedem Kiosk zu kaufen gibt. Der Titel des ersten Artikel lautet: "Origami oder «Wie falte ich meinen PC?»". Den Artikel können Sie exklusiv online bei futurebytes.ch lesen oder in der aktuellen Print-Ausgabe der netzwoche: Unter dem Begriff Origami lancierte Microsoft eine neue Produktkategorie, die Ultra Mobile PCs (UMPC),kleine Brüder der Tablet-PCs. Ihren Platz müssen sich diese Produkte aber erst erkämpfen.

Microsofts Viral-Marketing-Kampagne rund um ein ominöses Origami-Projekt schlug hohe Wellen im Internet. Praktisch jede Technik-Website glaubte, aktuellere Insider-Informationen und Gerüchte rund um den sagenhaften Handheld zu haben. Dabei ist Origami kein Gerät an sich, sondern ein Microsoft-Projekt zur Vermarktung von Ultra Mobile PCs (UMPC) und natürlich der passenden Touchpack- und Windows-XPSoftware. Nach Wochen der Spannung und wilden Gerüchte (so wurde etwa vermutet, es handle sich um eine portable Xbox) wurden an der CeBit 2006 die ersten UMPCs präsentiert. Die Prototypen von Samsung, ASUS oder Founder überzeugten mit einer Menge Funktionen auf kleinstem Raum. Und viele ihrer Fähigkeiten deuten auf eine vernetzte und interaktive Zukunft. Fast alle angekündigten UMPCs laufen mit Intel-Chips und bieten ein Touchscreen-Display mit mindestens 800×400 Pixel Auflösung. Ein halbes Gigabyte RAM sowie eine Festplatte sind ebenfalls an Bord. Auch USB 2.0, Bluetooth, WLAN und bei einigen Geräten sogar 3G Services werden geboten.

Mehr als nur ein klobiger PDA
Im Zusammenspiel mit dem Touchscreen und den handlichen Massen der Geräte bieten sich ganz neue Einsatzmöglichkeiten für die Minis. Origamis könnten als schnelle und mobile Informationsquellen dienen, zum Beispiel für den SBB-Fahrplan, das TV-Programm oder Lösungen fürs Kreuzworträtsel. Angeschlossen an die Stereoanlage darf der stolze Besitzer auch bei Freunden und Bekannten seine MP3-Sammlung zum Besten geben oder der Oma die letzten Ferienfotos zeigen. Einige Geräte bieten auch GPS und sind damit für den Einsatz in Fahrzeugen geeignet. Dank Windows XP Media Center Edition läuft sämtliche Software problemlos, so dass das Gerät mehr als nur ein klobiger PDA ist. Aber: So neu ist die Idee eigentlich gar nicht. Ein interner Werbefilm von Microsoft kursiert schon länger im Internet – nur nicht unter dem Namen Origami. Und Sony oder OQO haben bereits ähnliche Produkte auf dem Markt. Das Model 01 von OQO war neben der Vaio U-Serie von Sony einer der ersten UMPCs und ist bereits seit längerer Zeit erhältlich. Die Spezifikationen unterscheiden sich dabei kaum von denen der anrollenden Ultra-Mobile-PC-Welle.

Nicht ganz neu
Innerhalb des schmalen OQOGehäuses ticken ein Gigahertz- Prozessor sowie 512 MB RAM. Die Auflösung des Touchscreen Displays (erst seit diesem Jahr eingebaut) ist mit 800×480 genau dieselbe wie beim Origami-Vorzeigemodell Q1 von Samsung. Dank diverser Anschlussund Kommunikationsmöglichkeiten (von WLAN bis hin zu Firewire) ist der OQO auch nach fast zwei Jahren noch immer up to date. Im Gegensatz zu seinen UMPC-Kollegen bietet er sogar ein echtes eingebautes Keyboard – viel mehr als kurze Mitteilungen oder URLs kann man damit aber kaum eingeben. Das batteriebetriebene Gerät läuft mit Windows XP und erhielt in diversen Reviews durchschnittliche bis gute Noten. Nicht so überzeugend ist die mit knapp zwei Stunden eher kurze Batterielaufzeit, die im Widerspruch zur Portabilität des Geräts steht. Und: Mit über 1800 Dollar liegt das Gerät in der oberen Preisklasse. Vergleicht man die Fähigkeiten mit einem normalen Laptop, stellt sich die Frage, ob der Formfaktor allein so viel Wert ist. Der OQO liegt damit auf jeden Fall derzeit irgendwo zwischen den neuen UMPCs und den so genannten Subnotebooks. Subnotebooks sind im Prinzip einfach die kleinen Versionen ihrer grossen Brüder. Um Platz zu sparen, lassen viele Hersteller CD-Laufwerk oder grosse Grafik-Chips weg. Auch kleinere Akkus und 12-Zoll-Bildschirme kommen zum Einsatz.  Damit verlieren viele Subnotebooks (teilweise) ihre Game- und Multimedia-Fähigkeiten. Das Beispiel des Samsung Q25 TXC 1400 zeigt jedoch, dass diese Geräte durchaus auch leistungsfähig sein können. Das 1,5 Kilo schwere Subnotebook bietet eine 80-GBFestplatte, Wireless LAN und eine Docking Station mit DVD/CD-RW Combo und Firewire-Anschlüssen. Das Gerät hat eine Batterielaufzeit von 6,5 Stunden, wobei die Akku-Laufzeit mit der mitgelieferten (aber schwereren) Batterie auf zehn Stunden
aufgestockt werden kann. Das Gerät erreicht aber auch beim Preis eine eigene Kategorie: Um die 3400 Euro muss ausgeben, wer so viel Leistung braucht und dennoch keinen Laptop mit den üblichen Abmessungen anschaffen will.

Der Preis ist heiss
In Zeiten leistungsfähiger Subnotebooks mit Tastatur und immer stärker werdenden PDAs hat es die Origami-Familie da sicherlich nicht einfach, ihren Platz zu finden. Letztlich wird auch der Preis über den Erfolg der UMPCs bestimmen. Dabei liegt der Samsung Q1 mit den kolportierten rund 1200 Dollar eher an der oberen Grenze. Microsoft geht längerfristig von höchstens 500 bis 600 Dollar aus. Die Hersteller scheinen zumindest begeistert von den neuen Fähigkeiten der Mini-Tablet-PCs. Innerhalb weniger Wochen wurden Dutzende neuer Projekte bekannt. Laut dem Technik-Blog Engadget bastelt sogar Apple an einem den UMPCs ähnlichen Gerät.

Dieser Artikel erscheint in der Netzwoche vom 03.05.2006.

weitere Informationen
Netzwoche.ch
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