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Siemens - Il Telefono AlessiIm falschen Film? Siemens sagt: Alles ist, alles hat: Sex. Geschlechtsteile, überall. Um uns herum, wir sind von ihnen umgeben, nein, umzingelt, sie belästigen uns. Denn es gibt zweierlei Arten Telefone auf dieser Welt: männliche und weibliche.
Wenn die Fernbedienung nur könnte, keine Frage, sie würde im Stehen pinkeln. Denn, Achtung, schon seit David Bowie kein Paradox mehr: Sie ist männlich, keine Frage. Bei einem Telefon fällt die Geschlechtszuordnung schon schwerer. Zum einen hart wie ein Knüppel, handgerecht proportioniert, deshalb einer von uns? Wären da nicht diese geschwungenen Formen und diese raffiniert zarten, doch bei Berührung überraschend hart werdenden Tasten. Wir sind verwirrt.
Doch Stefano Giovannoni erklärt: Das Design anderer schnurloser Modelle trägt in der Regel männliche Züge. Das Mobilteil wird immer vertikal platziert und liegt auf einer horizontalen oder leicht geneigten Basisstation auf, in die der Anrufbeantworter integriert ist.“ Das neue Schnurlose von Siemens hingegen sei, „ein Gerät, das sich auf das Wesentliche konzentriert und deutlich weibliche Züge trägt“. Denn es liebt mit der Tastatur nach unten und bildet mit zusammen mit der Basisstation eine herrlich weiche, harmonische Einheit. Wir lernen: steil nach oben stehend: männlich – auch mit beschränkter Phantasie durchaus unbeschränkt vorstellbar. Aber ist mit dem Bauch nach unten liegend automatisch weiblich? Wir lassen uns da nicht täuschen, die Enttäuschung könnte unerträglich sein.
Vielmehr freuen wir uns, dass Il Telefono so aussieht, als wäre es dem Inventar aus 2001 - Odysee im Weltraum entsprungen. Und was für den stilsichersten Regisseur aller Zeiten gut genug gewesen wäre, kann unser Wohnzimmer nur aufwerten. Wenn es uns dann auch noch dazu motiviert, uns Gedanken über die Geschlechter unserer Möbel zu machen: Ganz großes Kino.
Artikeldatum
Dienstag, den 8. Juni 2004 um 15:42 Uhr | Hits 2441 Channel Nicht alltäglich, futurebytes.ch
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