Sonntag , 22 Oktober 2017

Gedankensteuerung 2

Reine Gedankenkraft soll es gelähmten Patienten ermöglichen, einen Rollstuhl zu bedienen. Ein spanisch-schweizerisches Forschungsteam hat dazu ein System entwickelt, welches die Bewegungen des Roboters koordiniert und mittels Gedanken steuern lässt. 

Der Vorteil dieser Methode: sie kommt ohne Hirnplantate aus. Eine mit Elektroden bestückte Kappe kann die entsprechenden Gedanken ihres Trägers aus den Hirnströmen durch die Schädeldecke lesen. Bis lang konnten an Armen und Beinen Gelähmte einen Rollstuhl nur mittels mühsamer Kinnsteuerung benutzen.

Derzeit versteht das neue System drei Kommandos: vorwärts, rechts und links. Zwei Tage Training reichen dem Bericht zufolge, um die Kontrolle über den Roboter zu übernehmen. Damit die ferngesteuerte Maschine nicht gegen Wände oder Gegenstände fährt, hat das Team um José Millán vom Dalle Molle Institute for Perceptual Artificial Intelligence im schweizerischen Martigny ihr etwas künstliche Intelligenz eingebaut: Der Roboter passt die gedachten Kommandos seiner Umgebung an. Aus dem Befehl «links» wird dadurch etwa «nächste Gelegenheit links».

Wann auf diese Weise eine Rollstuhlsteuerung möglich wird, ist dem Bericht zufolge noch nicht klar. Zunächst versuchen die Forscher demnach, die Zahl der vom System unterscheidbaren mentalen Zustände zu erhöhen. Unklar ist auch, wie sich das Verfahren in der Praxis bewähren wird. Denn die Gedankensignale eines Rollstuhlfahrers könnten durch die bei der Bewegung auf ihn einwirkenden Wahrnehmungen verschleiert werden, fürchten die Forscher.

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