Freitag , 20 Oktober 2017

FogScreen

"Walk-thru Fog Screen" heisst das Projekt finnischer Wissenschaftler, welches eine Leinwand aus Nebel ermöglichen soll. Für Museen, Geschäfte oder Präsentationen sei die Neuentwicklung bald Marktreif und werde die Werbung revolutionieren. 

Dr. Tech. Ismo Rakkolainen und der Professor Karri Palovuori von der Technischen Universität Tampere bringen damit ihr Nebeldisplay auf ein neues Niveau. Mittlerweile soll die Technik so weit gediehen sein, dass die resultierende, schwebende und nicht-stoffliche Projektionsfläche aus Trockennebel auch durchlaufen werden kann, ohne ihre Stabilität zu verlieren – und soll so etwa in Verkaufsräumen oder auf Ausstellungen nutzbar sein.

Die Basiskomponenten des Nebelschirms sind eine wirbelfreie Luftströmung und ein darin mit laminarer Strömung injizierter dünner Nebel-Schirm – es können aber auch andere Partikel genutzt werden. Auf diese Art bleibe der Nebelschirm ein interner Teil der wirbelfreien Luftströmung, bleibe dünn, scharf und durch Turbulenzen geschützt. Wenn der Bildschirm geformt ist, können Bilder entweder von hinten oder von vorne auf ihn projiziert werden – wobei das Display wahlweise durchsichtig oder undurchsichtig sein kann. Der aktuelle Prototyp soll dieses bereits bewerkstelligen, schwärmen die Erfinder. Die Qualität, die Größe und andere Eigenschaften werden jedoch in den kommenden Wochen noch verbessert.

Der Fog Screen soll eine flache Projektionsfläche für hochqualitative Projektionen bieten, nicht spürbar sein oder sich feucht anfühlen. Das Bild soll auf “magische Weise” in der Luft schweben – die Technik dazu wurde bereits international zum Patent angemeldet und ein entsprechendes Unternehmen gegründet. Der kürzlich auf der Siggraph 2003 in Aktion gezeigte aktuelle Prototyp soll in Kürze einen marktreifen Nachfolger erhalten. Im Laufe des Jahres wollen die Forscher weltweit Demonstrationen zeigen. Auch eine Vertriebspartnerschaft soll bereits geschlossen worden sein, so dass einer Vermarktung nichts mehr im Wege stehen sollte. Einen Einsatz in der Kunst gab es gar schon vor der Marktreife mit Hilfe eines Prototypen – ein bekannter finnischer Pantomime nutzte das Nebel-Display für seinen Auftritt.

Als Anwendungsgebiete sehen Rakkolainen und Palovuori beispielsweise Durchgeh-Werbetafeln in Geschäften oder Kaufhallen, durchgehbare Bildschirme in Museen, Firmenlobbies, Ausstellungen und Veranstaltungen, Vergnügungsparks oder Theatern. Auch für Virtual-Reality-Caves bzw. virtuelle Räume soll die Technik nutzbar sein. Dabei sei es von Vorteil, dass der Nebelschirm schnell durchschritten werden kann ohne sich aufzulösen und zudem unzerbrechlich ist, wodurch er auch ohne Bewachung eingesetzt werden könne. Erstaunlicherweise soll selbst eine Außennutzung möglich sein; weitere Konzepte wollen die Erfinder später vorstellen. So arbeite man bereits daran, das Dargestellte per Finger-Tracking steuerbar zu machen. In Demonstrationsvideos scheint das Display nach unten hin zwar noch “auszufransen”, aber es handelte sich dabei noch um einen früheren Prototypen, so dass man auf die kommerzielle Version gespannt sein darf.

Kommentare

Kommentare

Über

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Schließen