Donnerstag , 19 Oktober 2017

BMW-Studie:Mobilitätsverhalten in Alltag und Freizeit

BMW hat letzte Woche eine eigene Studie über das Verhalten in Alltag und Freizeit herausgegeben. Eigentlich noch ganz spannend, wie sich das ganz normale Verlangen des Menschen nach Mobilität erklären lässt, wie es entstanden ist und wo es auch hinführen wird. Wer gerade einen kurzen Arbeitsweg hinter sich hat und ein schnelles, teures Auto fährt, dem empfehle ich diesen Beitrag zu lesen :)

Geschrieben wurde der Artikel von Dr. Thomas Zängler.

Mobilität bestimmt als durchgehendes Prinzip die Natur des Menschen ebenso wie seine Kultur und Zivilisation. Am Beginn der menschlichen Entwicklung steht Bewegung im Raum zur Beschaffung von Nahrung und Ausbreitung des Lebensraumes. Als entscheidendes Mobilitäts-Ereignis in dieser Entwicklung ist das Auftreten des aufrechten Gangs (homo erectus) zu sehen, der schließlich zum vernunftbegabten Menschen (homo sapiens) und zur Entwicklung von Kultur und Zivilisation führte. Spätestens seit der Antike wird deutlich, dass Mobilität sowie ihre infrastrukturellen und fahrzeugtechnischen Voraussetzungen zu den kulturellen Gütern der Menschheit gehören. In modernen, arbeitsteiligen Gesellschaften ermöglichen Verkehrsmittel die Überwindung von großen räumlichen Distanzen in angemessener Zeit.

Eine derartige Nutzung von Verkehrsmitteln hat unerwünschte Nebenwirkungen, die sich z.B. in Emissionen, Staus auf Straßen und Gedränge in Zügen und Flughäfen zeigen. Steigender Zeitaufwand und wachsender Stress für den einzelnen Verkehrsteilnehmer sowie die zunehmende Belastung von natürlichen Ressourcen sind Erscheinungsbilder einer hoch mobilen Gesellschaft. Mobilität und Verkehr werden immer mehr zu Beispielen für einen Konflikt zwischen Natur und Kultur. Diese Entwicklung ist im 21. Jahrhundert ist in den Industrieländern auf einem hohen Niveau angekommen, viele Länder mit Entwicklungspotenzial werden folgen.

Was verbirgt sich hinter dem sichtbaren Verkehr?
Das grundsätzliche Wesen der Mobilität von Menschen hat sich in der Menschheitsgeschichte an sich wenig verändert. Immer noch sind sie unterwegs zum Beispiel zur Beschaffung von Nahrungsmitteln, auf der Partnersuche, zur Arbeit, zu Familienfeiern, auf der Flucht oder auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen.

Das Mobilitätsverhalten in Alltag und Freizeit heute zeigt ein buntes Bild von Aktivitäten, die das moderne Leben widerspiegeln. Die Menschen müssen sich an die entsprechenden Orte begeben, wenn sie diese Aktivitäten durchführen wollen oder müssen. Distanzen und Geschwindigkeiten sind abhängig von den derzeit technisch und wirtschaftlich verfügbaren Verkehrsmitteln. Hieraus resultiert der Personenverkehr.

In Deutschland werden beinahe eine Billion Personenkilometer pro Jahr zurückgelegt. Abbildung 2 gibt eine Vorstellung von der relativen Bedeutung der verschiedenen Aktivitäten die hinter dieser Zahl stecken. Es fällt auf, dass für Beruf und Freizeit jeweils mehr als 30 Prozent der Distanzen erfordern, während für Ausbildung und Beschaffung von Waren und Dienstleis-tungen relativ weniger Kilometer zurückgelegt werden. Die Zielorte hierfür sind in Deutschland in Nähe der Wohnstandorte erreichbar. Für die Erwerbstätigkeit werden insgesamt weitere Distanzen in Kauf genommen und zwar überproportional mit steigendem Einkommen.

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