Montag , 23 Oktober 2017

48-Stunden DVD

Die jüngste Erfindung einer New Yorker Firma könnte bald für viele Kontroversen sorgen: eine DVD, die sich nach 48 Stunden selbst zerstört! Nebst Videoverleihern gehen aber auch die Kunden und vor allem Umweltschützer auf die Barrikaden. 

Die DVD soll sich nach dem Entfernen einer Schutzhülle nach 48 Stunden selbst zerstören und kann dann angeblich einfach im Müll entsorgt werden. Unterstützt wird das Pilotprojekt in den USA ab August auch von Walt Disney.

Die EZ-D, wie sie heisst, wird mit speziellen Chemikalien behandelt. Nach dem Öffnen der Schutzhülle führt der Kontakt mit Sauerstoff zu einer Reaktion. Schon nach 48 Stunden kann der Laser des DVD-Geräts die neue Schicht nicht durchdringen. Angezeigt wird das ganze auch farblich: neue DVDs sind rot, nicht mehr brauchbare schwarz.

Zwischen vier und sechs Dollar soll die Ex- und Hopp-DVD von Flexplay Technologies kosten. Voraussichtlich wird sie in Supermärkten und Kaufhäusern erhältlich sein. Flexplay Technologies glaubt an den Erfolg der Wegwerf-DVD. Man wolle den Kunden schließlich von dem bisherigen “als lästig empfundenen” Leihvorgang befreien, erklärt die Firma. Walt Disney etwa will mit Filmen wie “The Recruit” und “25 Stunden” an den Start gehen.

Konnten sich deutsche Umweltschützer gerade noch über das Dosenpfand freuen, steht ihnen mit der Einweg-DVD womöglich das nächste Ärgernis ins Haus. Das patentierte Spezialplastik für EZ-D stellt der US-Mischkonzern General Electric her. Kritiker werfen ihm vor, zum bereits gigantischen Berg von DVD- und CD-Müll beizutragen.

Zudem enthalte das verwendete Plastik neben Phosgenen, die im Ersten Weltkrieg zum Bau von Chemiewaffen verwendet wurden, auch Bisphenol A, das im Verdacht steht, Krebs erregend zu sein, sagt Greenpeace-Wissenschaftlerin Ruth Stringer. Sie warnt vor den steigenden Abfällen und der Verschmutzung, die bei der Produktion jeder einzelnen DVD entstünden.

Erik van de Grampel von der Plastiksparte von General Electric weist die Vorwürfe zurück. Man habe die DVD so konstruiert, dass die besagten Stoffe die Kunden nicht gefährdeten. Zudem habe Flexplay eine Firma in Washington mit dem Recyceln der Silberlinge beauftragt. Besonders umweltbewusste Filmfans können die DVD nach dem Gebrauch zur Wiederverwertung einschicken.

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