Dienstag , 24 Oktober 2017

HDTV über Internet

Mit dem Ausbau von breitbandigen Netzinfrastrukturen eröffnet sich für die TV-Übertragung eine neue, vierte Dimension. In den deutschsprachigen Ländern noch in den Kinderschuhen, gilt Fernsehen über Internetprotokolle – kurz IPTV – in einigen anderen europäischen Staaten bereits zum fernsehtechnischen Alltag. Eine laut eigenen Angaben erste umfassende Analyse des deutschen Marktes durch das Beratungsunternehmen Goldmedia  kommt zu dem Schluss, dass in Deutschland bis 2010 rund 1,3 Mio. Haushalte IPTV empfangen können. Damit nicht genug, könnte ein ausgebautes Netz mit höheren Kapazitäten zukünftig gar die Übertragung des hochwertigen HDTV-Signals übernehmen.

"Technisch ist der HDTV-Empfang in jedem Fall möglich. Durch den Komprimierungsstandard H.264 kann das Signal auf bis zu acht Mbit/s runterkomprimiert werden", erklärt Studienautor Mathias Birkel im pressetext-Interview. Normales ADSL schaffe derzeit zwar nur rund sechs Mbit/s, der bereits erfolgreich erprobte Nachfolgestandard ADSL2+ ermögliche allerdings Downloadraten von bis zu 25 Mbit/s, so Birkel. Noch mehr Kapazität soll das von der Deutschen Telekom angekündigte VDSL mit Datenraten von bis zu 50 Mbit/s bieten. Damit könnten in einem Haushalt auch mehrere Geräte mit HDTV versorgt werden.

Laut Birkel stellt HDTV derzeit allerdings nicht den primären Grund für das Interesse von Marktteilnehmern und Kunden dar: "Der große Vorteil von Fernsehen über IP ist der vorhandene Rückkanal, der Kunden vielseitige Möglichkeiten zur Interaktion bietet." Neben Video-on-Demand und Aufzeichnungsmöglichkeiten, mit denen feste Programmzeiten der Vergangenheit angehören, verspricht IPTV auch Shopping, Online-Spiele oder Sport-Wetten direkt über das Fernsehgerät. Auch Zielgruppen-spezifische Spartenkanäle und Programmangebote sowie interaktive Werbeformate sind denkbar.

Birkel räumt gegenüber pressetext ein, das die Marktentwicklung derzeit noch schwer abschätzbar sei: "IPTV ist sowohl als vierter Weg und vollwertige Infrastruktur neben den bestehenden TV-Distributionsmodellen denkbar, aber auch als zusätzliche Option in einem hybriden Geschäftsmodell". So sei beispielsweise vorstellbar, dass TV-Programme weiterhin über bestehende Übertragungswege wie DVB-T und Satellit transportiert würden, während über IPTV zusätzliche Kanäle sowie interaktive Dienste erschlossen werden könnten, meint Birkel.

 

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